„Es grünt so grün“ in ARD und ZDF

Journalisten steht es frei, ihre Weltanschauung zu vertreten. Wir als Junge Liberale werden nicht müde, an den Schutz der Pressefreiheit zu erinnern und für verfolgte Journalisten zu kämpfen. Meistens sehen sich diese Journalisten starken Staatsmedien gegenüber, deren „alternative Fakten“ sie kritisch hinterfragen, was den Machthabern missfällt.

Davon ist Deutschland weit entfernt. Darüber sind wir froh und wir kämpfen dafür, dass es so bleibt. In Sorge sind wir trotzdem, wenn der Nachwuchs des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht mehr die Pluralität unserer liberalen Gesellschaft repräsentiert.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird von Pflichtbeiträgen finanziert, warum es legitim ist, dass ihm von den Beitragszahlern ein eindeutiger und begrenzter Auftrag erteilt wird. So wie die EZB keine politische Agenda verfolgen soll, sondern Geldwertstabilität erhalten soll, Verfassungsgerichte Recht sprechen und keine politischen Fragen entscheiden sollen, ist es auch nicht die Aufgabe des öffentlichen Rundfunks im politischen Meinungsbildungsprozess einseitig Partei zu ergreifen. Nur so bewahrt sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk die fraglos wichtige Rolle, eines unabhängigen und faktentreuen Informationsmediums.

Für Journalisten, die sich für eine Anstellung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk entscheiden, heißt dies nicht, dass sie auf jegliche Subjektitität in der Berichterstattung verzichten müssten. Sie sind aber im Gegensatz zu Journalisten privater Medien im stärkeren Maße der Öffentlichkeit gegenüber verantwortlich. Objektivität, Neutralität und Ausgewogenheit sind hier eine echte Pflicht, wo privaten Medien die Freiheit der Parteinahme zusteht.

Einigkeit dürfte darüber bestehen, dass Transparenz geschaffen werden muss. Eine kürzlich veröffentlichte Umfrage unter Volontären von ARD und ZDF, die Anlass unserer Sorge ist, deutet an, dass Defizite in der Neutralität der Berichterstattung eine Ursache in der Bewerberauswahl haben. Das zunehmende Framing von Themen, das in der ARD sogar von Führungskräften gefordert worden ist (https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/ard-volontaere-wie-divers-ist-die-ausbildungs-generation-17038169.html?fbclid=IwAR1pF0ZyzC3LpYgvOW0XcEAozfObW7IVNyMWNZRIdT6NEU7x6rKZzoRJscc), könnte durch die zunehmende Politisierung junger Nachwuchsjournalisten noch einmal verstärkt werden. Eine unabhängige wissenschaftliche Studie würde Klarheit über Ursachen solcher Defizite schaffen. Ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der einen hohen Professionalitätsanspruch erheben muss, kann die Erkenntnisse einer selbstkritischen Reflexion kaum scheuen. Die Sender könnten hieraus potenziell auch lernen, ihre Bewerber sorgfältiger und eignungsgerechter auszuwählen.